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Geschichte des Alten Kaiserreichs

Weit vor der Westküste liegt die Insel Vondrakar. Dort lebt ein Traditionsvolk der Lichtelfen mit dem Namen Elmarna. Vor vielen Jahrhunderten gründeten die Elmarna Siedlungen auf dem Festland und expandierten. Sie vermischten sich mit anderen Völkern und verloren immer mehr ihren Bezug zur Abgeschiedenheit von Vondrakar. Schließlich reichten ihre Gebiete von der Westküste bis zum Binnensee Arkelion. Unter der Führung eines uralten Lichtelfengeschlechts – so alt, dass es seine Ahnen bis zur Zeit der Götterkriege zurückverfolgen konnte – entstand dort das Kaiserreich Vondessia, das Kaiserreich der Magie.

Viele Jahrhunderte florierte und blühte es, und vor allem wuchs es. Vom Binnensee den Cyrandell hinauf bis zu den Cyran-Bergen und den Tränenfluss hinab bis zum Klagengrund sowie bis an die Ostküste. Während seiner größten Ausdehnung umfasste das Imperium der Magie alle Lande von der West- bis zur Ostküste im zentralen Kordath. Diese Regionen werden heute „Zentrale Lande“ genannt.

Doch diese Größe war schwer zu verwalten, und langsam begann die Einheit zu bröckeln. Der Kaiser verlor in der Hauptstadt Vondelmar immer mehr an Macht, und andere Machthaber herrschten in ihren Gebieten nach ihren eigenen Gesetzen. Kriegsfürsten rissen Territorien unter ihre Kontrolle, und einzelne Gebiete erklärten sich für unabhängig. Streit und bewaffnete Konflikte waren die Folge.

Der Kaiser bat Vondrakar um Hilfe, doch die Insel wollte mit dem Kaiserreich nichts mehr zu tun haben. Korruption, Gier und schließlich offener Krieg beherrschten über 150 Jahre lang das Land. Man nannte diese Zeit den „Langen Krieg“.

Noch immer versuchte die altehrwürdige kaiserliche Familie, das Reich zusammenzuhalten, und stellte in Vondelmar Prunk und Frieden zur Schau. Als die Unruhen schließlich doch auch die Hauptstadt erreichten, wagte diese Familie ein einzigartiges Unterfangen. Monatelang bereitete sie sich vor, dann vollzog sie ein gewaltiges Ritual, das größte je von Sterblichen vollbrachte Werk. Das Ziel des Rituals war es, das Gefängnis der Götter zu zerstören und Vondasal selbst das nach ihm benannte Reich befrieden und regieren zu lassen. Doch wie sollen Sterbliche jemals göttliches Wirken erfassen können? Das Ritual scheiterte vollständig und vernichtete die gesamte Familie sowie alle Lebewesen in Vondelmar.

Von der größten Stadt Kordaths blieb nur eine Ruine übrig, umgeben von Ödland. Die Hauptstadt lag im westlichen Teil des Reiches inmitten eines fruchtbaren Gebietes, das von vielen Flüssen gespeist wurde. Von diesen sieht man heute nichts mehr, und das Ödland ist trocken und unfruchtbar. Im Zentrum liegt das „Tote Land“, wo angeblich nichts mehr lebt. In seiner Mitte befinden sich die staubigen Ruinen von Vondelmar.

Viele Länder hatten sich schon während des Langen Krieges abgespalten und überstanden den Untergang recht gut. In den Ländern am Binnensee Arkelion und in den Tränenreichen kann man jedoch heute noch die Großartigkeit des Alten Kaiserreichs erahnen.